Ralf H. - Die verschwiegene Lüge
75
Die verschwiegene Lüge
Roman
216 Seiten - 16,00 EUR


Claudia und Martin führen eine zur Gewohnheit gewordene Ehe, zwischen Arbeit, Hobby auf seiner Seite und Freizeit mit der attraktiven Freundin auf ihrer Seite.

Als Reuvan in Claudias Leben tritt, ändert sich alles. Er ist all das, was Martin nicht mehr ist – und wird dadurch zur Versuchung, gerade als Claudias Freundin einige Tage eine Unterkunft braucht.

Wo Offenheit war, ist plötzlich nur Schweigen, ist plötzlich die nicht ausgesprochene, die verschwiegene Lüge ...

ISBN 978-3-949417-17-7
Überall im Buchhandel erhältlich - oder direkt bei Amazon*.







Der Beginn des Romans:


21 Uhr.

Martin Tschechow sah auf die Uhr über dem Durchgang zu den Personalräumen. Noch zwei Stunden. Die letzten zwei Stunden der Schicht waren immer die Schlimmsten. Nein, eigentlich war das nicht zutreffend, nicht völlig zutreffend. Die Zeit zwischen 23 Uhr und 5 Uhr war noch schlimmer. Eines war beiden Zeitabschnitten gemeinsam: Es war ruhig – viel zu ruhig. Manchmal kam nur ein Kunde pro Stunde und jeder einzelne wurde misstrauisch beäugt.

„Verlassen Sie nach 21 Uhr nicht den Bereich hinter dem Tresen, wenn ein Kunde auf dem Gelände ist“, hatte man ihm in seiner ersten Woche eingebläut. Ein seltsamer, damals ein unverständlicher Rat. Inzwischen wusste er, dass das nicht leichtfertig dahingesagt worden war. Jeder der an einer Tankstelle arbeitete, kannte die Horrorgeschichten, die man sich nur hinter vorgehaltener Hand erzählte. Von dem kopflosen Motorradfahrer, der vor dem Fenster zum Stehen kam und umfiel, von der jungen Frau, die sich den Schlüssel zur Toilette borgte und dort am nächsten Morgen tot aufgefunden wurde, von dem Tanklastzug der Konkurrenz, dessen Fahrer hinter dem Lenkrad eingeschlafen war, sodass der Wagen führerlos auf die Tankstelle zuraste … Horrorgeschichten, eher aus Hollywood, denn aus der Wirklichkeit stammend. Aber es gab auch echte Vorfälle, und die sorgten auch nach Monaten noch für Gänsehaut und Angstschweiß. Einen Monat nach Martins Arbeitsantritt, war einem Kollegen, der wegen einer Magen-Darm-Verstimmung längere Zeit die Toilette nicht verlassen konnte, die Kasse ausgeräumt worden. Alle Angestellten hatten noch lange unter dessen Nachlässigkeit zu leiden gehabt, denn der Chef zog ihnen allen den fehlenden Betrag vom Lohn ab. Rechtlich wahrscheinlich nicht zulässig, aber wo kein Betriebsrat war, da musste jeder seine Rechte selbst erstreiten – und Auseinandersetzungen mit dem Chef hatten immer nur eine Folge: eine Stellenanzeige im Stuttgarter Wochenblatt.



ISBN 978-3-949417-17-7
Überall im Buchhandel erhältlich - oder direkt bei Amazon*.